Der NaNoWriMo dauert nicht nur drei Tage: Wie der ganze Schreibmonat gelingt

Hallo liebe Webseitenbesucher! Einige von euch sind sicherlich hergekommen, weil sie meinen Beitrag zum »Roman in drei Tagen« bei der Online-Autorenmesse gesehen haben. Dort habe ich erklärt, wie man einen sogenannten »Schnelldreher-Roman« schaffen kann. In den sozialen Netzwerken ist passend dazu ein Thema omnipräsent: Der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo.

Beim National Novel Writing Month geht es darum, mindestens 50.000 Wörter in 30 Tagen zu schreiben (also 1.667 Wörter am Tag). Gerade Neulinge starten gerne mit viel Schwung und haben zum Zeitpunkt dieses Blogposts vielleicht schon 20.000 Wörter im Counter stehen. Das sei ihnen natürlich gegönnt. Allerdings ist heute erst der fünfte Tag des Novembers, und so langsam verfliegt die anfängliche Euphorie. Nur etwa 10 Prozent aller Naniten schaffen den NaNoWriMo tatsächlich. Alle anderen bleiben irgendwo auf der Strecke.

Einen umfassenden Artikel darüber, ob sich das Wörterzählen lohnt, habe ich für den selfpublisher geschrieben, mittlerweile gibt es den Artikel kostenlos online.

Kein Sprint, sondern ein Marathon

Motivation über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten, ist schwierig. Insbesondere, wenn keine Deadline ansteht, zu der ein Buch dringend abgegeben werden muss. Im NaNoWriMo entstehen Rohfassungen, die oft noch ausführlich überarbeitet werden müssen. Nach 30 Tagen gibt es im Grunde keine wirkliche Belohnung, auch wenn die offizielle NaNoWriMo-Seite natürlich eine Kleinigkeit vorbereitet hat und euch neben einer Urkunde mit Gratis- oder Testprogrammen zuschütten wird. (Ich versuche übrigens, meinen persönlichen Groll gegen die neue Webseite gering zu halten, aber augenscheinlich klappt das nicht so optimal). Nach 30 Tagen habt ihr sehr wahrscheinlich keinen Verlagsvertrag in der Tasche, und auch im Selfpublishing werdet ihr nicht um eine Lektoratsphase herumkommen, bevor euer Text von Lesern gekauft werden kann. Wie kannst du trotzdem deine Motivation aufrecht erhalten?

Viele Wege zum Ziel

  • Nichts spricht dagegen, die 50.000 Wörter am 5. November in der Tasche zu haben, wenn das deine Art des Schreibens ist. Wenn du gerne viel auf einmal wuppst oder im November sonst keine Zeit hast, wäre ein Schnelldreher eine gute Möglichkeit für dich.
  • Andere Autoren sind für viele Naniten die beste Motivation. Egal, ob sie gemeinsam um die Wette schreiben (zum Beispiel in Chats oder Foren) oder gegenseitig Passagen durchlesen und kommentieren. Neben dem offiziellen NaNoWriMo-Forum gibt es auch im deutschsprachige Raum zahlreiche Communities wie den Tintenzirkel (Bewerbung notwendig) oder die Schreibnacht. Auch auf Twitter und Instagram gibt es jede Menge Motivation.
  • Wenn es dir etwas schwerfällt, das Dokument zu öffnen, denke immer daran, wie viel Freude dir der Text machen wird, wenn du ihn später fertig in den Händen hältst. Dabei ist es egal, ob du ihn für dich schreibst oder für ein Millionenpublikum. Wenn es dir hilft, kannst du vor jeder Schreibsession durchlesen, was du schon geschafft hast.
  • Kleine Belohnungen erhalten die Buch-Freundschaft. Gönne dir nach dem Erreichen deines Tagesziels eine Kleinigkeit, und wenn es nur ein Stück Schokolade ist. Muss ja niemand erfahren …
  • Schaffe dir eine Routine und beharre darauf. Lass dich in dieser Zeit von niemandem stören, mach deine Lieblings-Schreibmusik an, stelle ein warmes Getränk dazu und nimm dir Zeit nur für dich und dein Buch. Wenn das Schreiben ein Genuss ist, wirst du dich jeden Tag darauf freuen.
  • Wenn du wenig Zeit hast, kannst du versuchen, über den Tag verteilt einige Wörter in der Bahn oder in der Mittagspause zu schreiben. Pass aber auf, dass das Schreiben keine zusätzliche Belastung wird.
  • Erzähle anderen von deinen Texten, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken oder im Freundeskreis. Allein das kann enorm anspornen!

Jeder November ist anders

Ich persönlich schreibe in diesem Jahr meinen 8. National Novel Writing Month. 2012 unterbrach mich mein kaputtes Knie, 2013 mein Abitur. 2014 war ich schließlich im Bachelor und hatte genug Freiraum, um meinen November von Referaten freizuhalten und andere Dinge aufzuschieben. Es war das erste Jahr, in dem ich die 50.000 Wörter erreicht habe, und es fühlte sich wahnsinnig gut an. In den vergangenen Jahren war es dann schon selbstverständlich, die 50.000 Wörter zu schaffen. Damit geht aber auch ein gewisser Druck einher, der mich derzeit einholt. Mittlerweile studiere ich im Master, und mein Roman ist sehr komplex und schwer zu schreiben. Darunter leide ich sogar ein wenig körperlich, vor allem, wenn meine Freunde sehr viel mehr schaffen als ich. Dabei sollte jeder Autor im Hinterkopf behalten, dass jeder November anders ist, und natürlich auch jeder Autor und jedes Buch. Jeder hat sein eigenes Tempo und seine eigenen Päckchen zu tragen. Darum sollten wir getreu dem Motto »Leben und leben lassen« das Beste aus der Zeit und Motivation machen, die wir haben. Am Ende zählt jedes Wort in unseren Schreibprogrammen.

Schreib mir doch gerne in die Kommentare, wie deine ersten Tage des NaNoWriMos gelaufen sind und welche Tipps du hast, damit nach 30 Tagen wirklich 50.000 Wörter im Dokument stehen. Ich wünsche euch allen eine stressfreie Zeit und viel Erfolg mit euren Romanen!

Eure Jenny ♥

P.S.: Wer mich als NaNoWriMo-Buddy hinzufügen möchte, kann das mit dem Usernamen Jen June Equal tun.

2 Replies to “Der NaNoWriMo dauert nicht nur drei Tage: Wie der ganze Schreibmonat gelingt”

  1. Ich finde das Motto „leben und leben lassen“ wirklich den wichtigsten Tipp!
    Und auch das Wissen, das jeder NaNo einzigartig ist und es sehr von Jahr zu Jahr variieren kann, wie gut es klappt und wie es sich anfühlt. Mich motivieren in diesem Jahr Crawls (Schreibreisen) total, in den letzten Jahren waren es eher Word Wars mit anderen.

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